Bericht der SVLFG …Hinschauen bei der Waldarbeit

Hinschauen bei der Waldarbeit…
Die Waldarbeit muss sicherer werden, das haben zwei tödliche Unfalle gezeigt.
Die bei den Unfälle erschütterten 2015 die saarländische Forstwirtschaft. Daher organisierten der SaarForst Landesbetrieb, die SVLFG und die Unfallkasse Saarland gemeinsam eine Initialveranstaltung, um alle Beteiligte hinsichtlich des Arbeitsschutzes bei der Waldarbeit eindringlich zu sensibilisieren.
Das große Interesse überraschte alle Organisatoren. Mit rund 350 Forstleuten war der Saal des Big Eppels im saarländischen Eppelborn proppenvoll. Viele der Anwesenden waren immer noch tief betroffen, denn die tödlich verletzten Männer waren als Kollegen und Freunde gut bekannt.

Arbeitsschutz weiter voranbringen
Den Auftakt machte der Leiter des SaarForst Landesbetriebes Hans-Albert Letter. Er gab zu bedenken, dass sich solche Vorfïlle einfach nicht mehr ereignen dürften. Es müsse alles getan werden, um den Arbeitsschutz bei der gefährlichen Waldarbeit weiter voranzubringen. Ibm folgten das Gruwort des Ministers für Umweltund Verbraucherschutz im Saarland Reinhold Jost. Der Minister stellte heraus, dass in den vergangenen Jahren schon viel für den Arbeitsschutz in der Forstwirtschaft getan wurde.
Dabei nannte er die Ausstattung der staatlichen Forstarbeiter mit hochwertiger Persönlicher Schutzausrüstung sowie die Einführung der Drei-Mann-Rotte bei der Forstarbeit. Doch dies sei offensichtlich noch nicht genug, wie die tragischen Beispiele zeigten.
Er forderte alle auf, den Weg des forstlichen Arbeitsschutzes gemeinsam zügehen. Besonders bestürzt sei er darüber gewesen, dass bei den Unfälle durch Berücksichtigung einfachster Sicherheitsstandards hätten vermieden werden können. ,,Wegschauen ist keine Lösung“. Wenn Probleme bei der fachgerechten Aufführung offensichtlich sind, müssen alle Beteiligten daran arbeiten, solche Missstände zu beseitigen!, so der Minister. Dafür sicherte er auch weiterhin die dafür notwendigen Finanzmittel zu. Jost weiter: ,,Die Sicherheit darf nicht zugunsten wirtschaftlicher Interessen geopfert werden.“ So werde man derzeit prüfen, ob zukünftig nur noch Personal eingesetzt werden könne, das die notwendige Fachkunde schriftlich nachweist. Zudem sei die Anschaffung eines Spannungssimulators bereits beschlossene Sache. Mit dem Gert könne das sichere Durchtrennen von Holz unter Spannung wirkungsvoll trainiert werden.

Im Anschluss erklerten Klaus Klugmann und Konrad Scholzen von der SVLFG, was man heute unter sicherer Waldarbeit versteht. Die Vorfälle zeigten deutlich, dass ein Umdenken erfolgen müsse. ,,Das Stockbild ist die Handschrift des Motorsägenführers“, erklärte Konrad Scholzen, ,,daran muss sich jeder Waldarbeiter messen lassen.“ Und Klaus Klugmann fügte hinzu: ,,Wenn wir es im Forst schaffen, allein die grundsätzlichen Sicherheitsstandards einzuhalten, wie zum Beispiel die Beachtung der bekannten Gefahrenbereiche und die Anwendung der Sicherheitsfiilltechnik als Regelflltechnik, könnten schon viele schwere Unfälle vermieden werden.“ Der Arbeitsplatz Wald
sei nicht mit einem Industriearbeitsplatz zu vergleichen: ,,Im Wald haben wir keine standardisierten Arbeitsplätze. Jede Fällung ist anders, es Bedarf einer Gefährdungsbeurteilung an jedem einzelnen Baum in Form einer ausführlichen Baumbeurteilung.“

Kontrollen entscheidend
Wie wichtig das Einhalten von Erholungspausen ist, darauf wies Dr. Michael Heger von der Gewerbeaufsicht des Saarlandes hin: ,,Die Waldarbeit gehört zu den schwersten Tatigkeiten überhaupt. Ermüdung und nachiassende Konzentration können fatale Folgen haben, man kann ihnen nur mit regelmiiüigen Pausen begegnen.“
Zum Schluss beschftigte sich Yvonne Wagner von der Unfallkasse Saarland mit dem Einsatz von Forstunternehmern aus Sicht der Arbeitssicherheit. Hier tragen der Unternehmer als Primârverantwortlicher und der Auftraggeber als Sekundârverantwörtlicher gemeinsam die Verantwortung für die Arbeitssicherheit. Bei der Auftragsvergabe an einen Lohnunternehmer muss der Auftraggeber die Einhaltung der Arbeitssicherheit sicherstellen. Daher riit die Pritventionsexpertin, dass man sich genau anschauen solite, an wen man die Auftrge vergibt: ,,Es reicht nicht aus, sich auf vorgelegte Papiere zu verlassen, nur angemessene Sicherheitskontrollen zeigen, ob die eingesetzten Personen der Fremdfirmen ihr Handwerk auch bei den Sicherheitsstandards verstehen.“

Fazit
Die Veranstaltung in Eppelborn war ein großer Erfolg. Die Initiatoren sicherten allen Unternehmern und Waldarbeitern zu, sie aktiv bei der Umsetzung der Arbeitssicherheit zu unterstützen. Aber schon jetzt wurde klar: Wer in seinem Verantwortungsbereich nicht hinschaut oder sogar bewusst wegschaut, wenn Sicherheitsstandards nicht eingehalten werden, macht sich mitschuldig.
Edwin Pfeiffer, Mitglied der Vertreterversammiung der SVLFG:
,,Wir Forstieute müssen hinschauen und dann konsequent handein! Wenn beider Waldarbeit die Sicherheit nicht da ist, muss mit der Arbeit aufgehört werden, sonst
kannen Menschen sterben.“
Ein wichtiger Bericht aus der LSV kompakt (1/2016)!

Für Privatpersonen ist der Schutz genauso wichtig. Hier ist die Mindesvoraussetzung der Kettensägenschein bzw. Motorsägenführerschein, der für jede Art der Forstarbeit in öffentlichen Wäldern notwendig ist.

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